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Ein vergessener Filmstar und ein junger Regisseur. Der eine scheinbar am Ende seiner Träume, der andere an deren Anfang und der wahnwitzige Plan ein Remake von Apokalypse Now auf der Elbe zu drehen.

„...Peter Scheydt (69) nimmt einen tiefen Schluck aus seinem randvollen Whisky-Glas. Er schaut auf ein Filmplakat, das neben einem Spiegel hängt. Es zeigt ihn als jungen Mann. Er probiert sich vor dem Spiegel in seiner alten Pose, doch sie will nicht mehr gelingen. Dann stellt er einen Stuhl in die Mitte des Raumes und nimmt sich ein Seil. Er befestigt es an einem Deckenbalken und legt sich eine Schlinge um den Hals. Er atmet tief durch. Das soll es also gewesen sein - sein Leben. Da bemerkt er, dass er von der Straße aus gesehen werden kann. Ein junger Mann mit Vollbart (Francis) schaut ihn fassungslos an. Scheydt ist sein beobachteter Selbstmordversuch sichtlich unangenehm. Er tut so, als wenn er sich nur an der Zimmerbeleuchtung zu schaffen macht und steigt wieder vom Stuhl, auf den er sich dann setzt, um den Rest seines Glases auszutrinken. Da klingelt es. Vor der Tür draußen steht der bärtige Neo-Hippie Francis (24). Er ist besorgt. Hat er wirklich einen Selbstmordversuch gesehen? Er klingelt noch einmal, klopft an die Tür und ruft: „Herr Scheydt!?“ Nach einer Weile wird die Tür vom sichtlich verärgerten Scheydt aufgerissen. In der reichlich verstaubten Wohnung des Ex-Stars sitzt Francis nun dem schlecht gelaunten Scheydt gegenüber und soll sein Projekt beschreiben. „Und was soll das für ein Film werden?“ Francis druckst ein wenig herum, dann rückt er damit heraus: „Ein Remake von Apokalypse Now“. Nun sieht man zum ersten Mal Heiterkeit in Scheydts Gesicht. Erst ein Schmunzeln, dann muss er lachen. Francis fühlt sich wie ein Idiot. „Es ist eher eine Adaption“, schiebt er nach. Doch Scheydt prostet ihm nur lachend zu...“

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